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Beeindruckende Besichtigung der Bioerdgasanlage Gewerbepark Breisgau

 

Verwertung des Biogases mit höchster Effizienz –

Die BürgerEnergiegenossenschaft Teningen eG und der Gewerbeverein Teningen e.V. hatten am vergangenen Samstag eine Besichtigungsfahrt zur Bioerdgasanlage Gewerbepark Breisgau durchgeführt. „Die Aufbereitung des Biogases zu Erdgasqualität ermöglicht,  diese erneuerbare Energie in unserem Energieversorgungssystem vielfältig und energetisch vollständig zu nutzen“, führte Vorstand Dr. Peter Schalk in das Thema ein. Demgegenüber nutzt die weitverbreitete Verstromung des Biogases im Blockheizkraftwerk ohne Wärmeverwertung umgerechnet weniger als 35 % der Energie von Landwirtschaftspflanzen. Mit seinem Ingenieurbüro InnoWaste hatte  Dr. Peter Schalk als Berater und Planer an der Konzeptentwicklung, Ausschreibung und Vergabe der Bioerdgasanlage mitgewirkt. Die Badenova AG & Co. KG betreibt seit Ende 2011 die Anlage, die eine der größten Erzeugungsanlagen für Bioerdgas in Baden-Württemberg ist. Betriebsleiter Ralf Brucker führte die Besichtigung für die 28 Besucher aus Teningen durch. Zunächst produziert die Vergärungsanlage aus rund 50.000 Tonnen landwirtschaftlichen Substraten ca. 9 Millionen Kubikmeter Biogas pro Jahr. In der nachfolgenden Aufbereitungsanlage werden aus dem Biogas Kohlendioxid und Verunreinigungen abgetrennt, so dass im Ergebnis ein hochwertiges Bioerdgas mit einem Methangehalt von über 98 %  erzeugt wird. „Dieses Biomethan wird in das Erdgasnetz eingespeist und steht als Energiequelle für private Haushalte, Industrie und Fahrzeuge zur Verfügung“, erläuterte Ralf Brucker. Umgerechnet kann mit dem erzeugten Bioerdgas der jährliche Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser von über 2.500 Haushalten (3-4 Personen) gedeckt werden.  Die automatisch betriebene Bioerdgasanlage wird von 4 Facharbeitskräften betreut und überwacht. Eine lebhafte Diskussion entstand um das Negativimage „Teller oder Tank“ bei den Biogasanlagen aus nachwachsenden Rohstoffen der Landwirtschaft. „Eine konventionelle Biogasanlage dieser Größe bräuchte über 900 Hektar Maisfläche, in unserem Substratmix haben wir aber nur 350 Hektar Biogasmais“, erläuterte Ralf Brucker, der selbst einen Landwirtschaftsbetrieb hat. Als Substrate werden in der Vergärung neben dem Mais überwiegend landwirtschaftliche Reststoffe wie Maisstroh, Vatermais, Trauben- und Apfeltrester sowie Abgänge aus dem Gemüseanbau verwertet, die per se  in der landwirtschaftlichen Erzeugung anfallen und früher nicht genutzt wurden. Des Weiteren gehe der geringste Teil des südbadischen Körnermaises in die Nahrungsmittelerzeugung, der Großteil werde in der Industrie verarbeitet. Ralf Brucker betonte auch, dass die Badenova als Wasserversorger selbstverständlich auch den Grundwasserschutz bei der Ausbringung von Dünger und Gärrest sehr stark im Blickfeld habe und den Landwirten vollumfassend beratend zur Seite stehe.

Nach einem gemütlichen Mittagessen in Oberrimsingen ging die Fahrt weiter zum Weihnachtsmarkt nach Riquewihr, so dass die Besichtigungstour einen runden Abschluss nahm. Die Teilnehmer genossen es auch, sehr entspannt mit dem Bus ins Zentrum von Riquewihr zu gelangen, da bei An- und Abreise ein sehr großes Verkehrsaufkommen und entsprechender Besucherandrang zum Weihnachtsmarkt herrschte. (www.buergerenergie-teningen.de).

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